Berufung und Ausbildung

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Wir investieren in eine gute Ausbildung derjenigen, die zu uns kommen und sich zu einem Leben als Redemptorist berufen fühlen. Unser Ziel ist es, dass die jungen Menschen, die zu uns kommen und bei uns die Ausbildung beginnen, eine gute religiöse, wissenschaftliche und menschliche Bildung und Ausbildung bekommen. Durch die religiöse Ausbildung sollen sie befähigt werden, tiefer in unseren gemeinsamen christlichen Glauben hineinzuwachsen. Sie sollen lernen, in einer religiösen Gemeinschaft zu leben und als Mensch und Persönlichkeit zu reifen. Sie sollen befähigt werden, in der heutigen Zeit qualifiziert seelsorglich zu handeln.

Diese Ziele der Ausbildung sind nicht leicht zu erreichen. Wir versuchen die Ausbildungszeit intensiv zu nutzen und auf die Interessen, den Ausbildungsbedarf und die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen. In dieser Zeit werden die Kandidaten und jungen Mitbrüder von unseren Ausbildungsverantwortlichen intensiv begleitet.
Darüber hinaus ist es auch ein Anliegen der Ausbildungsphase, dass jeder junge Mann zu einer verantwortlichen, ehrlichen und persönlichen Entscheidung im Hinblick auf seinen Lebensweg kommt. Das Mindestalter für einen Ausbildungsbeginn beträgt 20 Jahre.

 

Zwei Wege der Ausbildung: Ordensbruder und Ordenspriester

 

Die Kongregation der Redemptoristen besteht aus Ordensmännern, die gemeinsam als Ordensbrüder oder als Ordenspriester leben. In beiden Lebensformen arbeiten wir gemeinsam und auf je eigene Art und Weise für unser Ordensziel, die Verkündigung der frohen Botschaft an die Armen. Sie unterscheiden sich durch die Ausbildung und den Tätigkeitsbereich.

 

Redemptorist als Ordensbruder

Die Ordensbrüder sind in unserer Gemeinschaft in vielfältigen Bereichen tätig. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist dabei Voraussetzung für den Ordenseintritt. Aus der Berufsausbildung und den im Rahmen unserer Ausbildung hinzukommenden Qualifikationen ergeben sich die jeweiligen Einsatzbereiche. Tätigkeiten in unseren Häusern und Kommunitäten als Hausmeister, Koch, Schreiner, Gärtner, in der Verwaltung oder der Altenpflege sind nur einige der vorhandenen oder möglichen Einsatzbereiche in unserer Gemeinschaft. Ebenso sind Tätigkeiten außerhalb unserer Kommunitäten möglich, wie soziale und pastorale Tätigkeiten als Sozialarbeiter, Religionspädagoge oder Gemeindereferent.

 

Redemptorist als Ordenspriester

Die meisten Mitbrüder unserer Gemeinschaft sind als Ordenspriester tätig. Die Voraussetzung für diesen Ausbildungsgang ist die allgemeine Hochschulreife. Die Tätigkeit erfolgt nach dem Ausbildungsende in den verschiedenen pastoralen Arbeitsbereichen und Projekten der Provinz. Es sind Aufbau- oder Spezialstudien möglich, wenn jemand über die entsprechenden Talente verfügt. Eine ständige, die seelsorgliche Tätigkeit begleitende Weiterbildung ist uns ein wichtiges Anliegen.

 

 

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung gliedert sich in verschiedene Phasen, die vom individuellen Ausbildungsstand des Bewerbers abhängig sind.

 

Kontaktphase

Auf dem Weg zum Redemptoristen ist ein längerer Kontakt zu uns die erste Phase. Diese Phase kann auch schon vor dem 20. Lebensjahr beginnen. Der erste Kontakt dient dem näheren gegenseitigen Kennenlernen. Hier kann ganz konkret und alltäglich erfahren werden, wie wir Redemptoristen leben, was und wie wir arbeiten und wie wir unseren Glauben leben. Auf Wunsch bieten wir auch geistliche Begleitung und Praktika an oder die Möglichkeit ‚Kloster auf Zeit’ zu erleben.

 

Einführungsphase und Kandidatur

Ist ein junger Mann nach dem ersten Kennenlernen entschlossen, Ordenskandidat zu werden, beginnt er seinen Weg in der Kongregation. Wir Redemptoristen sind eine internationale Kongregation und arbeiten gerade bei der Ausbildung der Bewerber zusammen. Die erste Einführungsphase beginnt daher in Zusammenarbeit mit der Dubliner Provinz der Redemptoristen in Irland. Im Ausbildungshaus in  Dundalk nehmen die Kandidaten gemeinsam mit den Kandidaten der irischen Redemptoristen an theologischen und spirituellen Einführungskurse teil. Teil der Einführungsphase sind ebenfalls Praktika in unserer Ordensprovinz, durch die die Kandidaten unsere Seelsorgetätigkeit und unsere Kommunitäten kennenlernen.

An diese Einführungsphase und erste Kandidatur schließt sich das Studium an. Der Ort und Umfang des Studiums richtet sich nach den vorhandenen Studienleistungen und den Fremdsprachenkenntnissen des Bewerbers.

 

Noviziat

An die Kandidatur schließt sich das Noviziatsjahr an. Es ist ein intensives Jahr der Probe und des näheren Kennenlernens, das den in der Kandidatur begonnenen Weg fortsetzt und vertieft. Für die, die in dieser Zeit zu der Überzeugung gekommen sind, dass sie in unserer Gemeinschaft leben und arbeiten wollen, endet das Noviziat mit der Professfeier und den Ordensgelübden auf Zeit. Der Ort des Noviziates wird jeweils der konkreten Situation entsprechend bestimmt. In den letzten Jahren haben unsere Kandidaten das Noviziat gemeinsam mit unseren nordamerikanischen Novizen in Toronto (Kanada) absolviert. Wir haben mit diesem internationalen Noviziat sehr gute Erfahrungen gemacht.

 

Studentat / Juniorat

Nach dem Noviziat wird in der dreijährigen Phase der zeitlichen Profess die Ausbildung fortgesetzt. Das umfasst sowohl die Beendigung von Studium bzw. Berufsausbildung, als auch die Fortsetzung der spirituellen und seelsorglichen Ausbildung.

Praktika, ein pastorales Ergänzungskurrikulum und ggf. Auslandserfahrungen bilden einen wesentlichen Bestandteil des Studiums. Insgesamt dauert das Studium, das mit dem Magister der Theologie abschließt, etwa fünf Jahre. Nach der zeitlichen Profess folgt frühestens nach drei Jahren die ewige Profess. Es schließt sich die Diakonenweihe und das Pastoraljahr an, von November eines Jahres bis Ende Dezember des Folgejahres. Im Laufe des Pastoraljahres erfolgt die Priesterweihe.

 

Pastorale Aus- und Weiterbildung

In der Zeit nach dem Ende der ersten Ausbildung liegt eine weitere Phase der Aus- und Weiterbildung. Diese dient in erster Linie der konkreten Weiterentwicklung im Hinblick auf eine pastorale Befähigung und Qualifikation. Die in der Praxis gemachten Erfahrungen werden in diesem Ausbildungsabschnitt reflektiert und durch ergänzende Weiterbildungen vertieft. In dieser Phase können sich auch Aufbau- und Spezialstudien anschließen.